Die Winterlinde (Tilia cordata) ist in ganz Europa beheimatet. Sie wird bis zu 25 Meter hoch, und der Stamm kann mehrere Meter dick werden. Die Baumkrone hat die Form eines Herzens mit der Spitze nach oben, und auch die Wurzeln entwickeln ein "Herzsystem".
Honigduft liegt in der Luft
Die Winterlinde wird auch Spätlinde genannt, da sie erst im Juli blüht. Sie ist eine wichtige Bienenweide, und ihr unverwechselbarer Honigduft ist 200 Meter weit zu riechen. Der Name Linde soll vom biegsamen, weichen, also linden Holz kommen, das ideal zum Schnitzen geeignet ist. Die Winterlinde ist ein sehr beliebter Wald- und Stadtbaum. Im Herbst leuchtet er goldgelb in vielen Gärten und Parks.
Robust in Alleen und Parks
Die Bäume haben gute Eigenschaften zur Lärmminderung und sind anspruchslos bezüglich ihres Standorts. Sie haben kaum Krankheiten oder Schäden und erreichen ein hohes Lebensalter von bis zu 1.000 Jahren. Winterlinden vertragen den Schatten bis ins hohe Alter. Daher können sie im Wald und in Parks auch unter Altbäumen gepflanzt werden. Probleme verursacht allerdings der Honigtau, der an warmen Frühlings- und Sommertagen von den Bäumen tropft. Die kleinen Zuckerwassertröpfchen machen Fahrräder, Autos und Bänke klebrig.
Schutzbaum Linde vor dem Haus
Im Brauchtum spielen Linden eine wichtige Rolle. Früher traf man sich unter der Linde im Zentrum des Dorfes, um Informationen auszutauschen. Hier wurde gearbeitet, gespielt, getanzt, geheiratet und Gericht gehalten. Eine Linde vor dem Haus beschützt nach dem Volksglauben die Bewohner, war aber auch ein Symbol für Gastfreundschaft. Auch in der Naturheilkunde ist die Linde bekannt. Tee aus Lindenblüten soll schweißtreibend, krampflösend, magenstärkend und blutreinigend wirken.
Quelle: Heike Kreutz/aid.de